Wie Eltern frühe Anzeichen psychischer Belastung bei Jugendlichen erkennen
Von Jacqueline Klemke

Die Jugend bringt viele normale Veränderungen mit sich, was frühe Anzeichen schwer lesbar macht. Ein praktischer Leitfaden zu Mustern, Gesprächseinstiegen und dem Umgang mit ernsten Aussagen.
Die Jugend bringt viele normale Veränderungen mit sich. Deshalb ist es schwer, frühe Anzeichen psychischer Belastung zu lesen, und deshalb stellen sich Eltern dieselbe Frage: Mache ich zu viel aus nichts oder zu wenig aus etwas?
Auf Muster achten, nicht auf Momente
Eine schlechte Woche ist kein Signal. Wichtig ist eine Veränderung, die anhält, mehrere Lebensbereiche betrifft und untypisch ist.
Veränderungen, die auffallen sollten
- Deutlich veränderter Schlaf über mehrere Wochen.
- Rückzug von Freundschaften oder Aktivitäten.
- Nachlassendes Interesse an der Schule ohne erkennbaren Anlass.
- Gereiztheit oder Flachheit als Normalzustand.
- Veränderungen bei Appetit, Energie oder Selbstfürsorge.
Wie Sie das Gespräch eröffnen
Beginnen Sie mit einer Beobachtung statt mit einer Gefühlsfrage. "Mir ist aufgefallen, dass du diesen Monat oft sehr spät wach bist" ist leichter anzunehmen. Benennen Sie, was Sie sehen, und lassen Sie Raum. Gespräche nebeneinander, etwa im Auto oder beim Spazieren, fallen vielen Jugendlichen leichter.
Wenn etwas Ernstes gesagt wird
Ruhig bleiben und im Gespräch bleiben. Sie müssen nichts lösen und sollten keine Verschwiegenheit versprechen. Bei Hinweisen auf Selbstverletzung oder Lebensmüdigkeit noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen, bei akuter Gefahr den Notruf wählen.
Ursprünglich veröffentlicht auf letsbe-real.eu.


