- Was muss eine Schule tun, wenn ein Kind psychisch belastet ist?
- Beobachtung ernst nehmen, dokumentieren, die schulinterne Ansprechperson einbeziehen, mit den Sorgeberechtigten sprechen und - wenn nötig - an Fachstellen weiterleiten. Wichtig ist, dass diese Schritte vorher festgelegt sind: Wer meldet an wen, in welcher Frist, und wer entscheidet über die Einbeziehung der Eltern?
- Wer ist in der Schule für psychische Gesundheit zuständig?
- In der Praxis mehrere Rollen zusammen: Schulleitung (Rahmen und Ressourcen), Klassenleitungen (erste Wahrnehmung), Beratungslehrkräfte und Schulsozialarbeit (Fallarbeit), Schulpsychologie und externe Fachstellen (Diagnostik und Therapie). Wirksam wird das nur, wenn alle dieselbe Sprache und einen dokumentierten Weg haben.
- Wie baut man ein Mental-Health-Konzept für die Schule auf?
- In fünf Schritten: Bestandsaufnahme (was gibt es bereits?), Prioritäten mit der Schulleitung festlegen, Erwachsene schulen, Unterrichtsmodule und Elternangebote einführen, Wirkung an wenigen Kennzahlen prüfen. Genau diesem Ablauf folgt unsere Zusammenarbeit mit Schulen: Discover, Assess, Train, Embed, Measure.
- Womit sollte eine Schule anfangen?
- Mit den Erwachsenen. Wenn Kollegium und Leitung dieselbe Art teilen, Belastung zu bemerken, zu halten und weiterzuleiten, treffen Angebote für Schülerinnen, Schüler und Eltern auf vorbereiteten Boden - und Meldungen versanden nicht.
- Wie hängt das mit Kinderschutz und Fürsorgepflicht zusammen?
- Training ersetzt kein Kinderschutzverfahren, es speist es. Personal, das früher bemerkt und klarer beschreibt, löst bestehende Schutzverfahren früher und mit besserer Information aus. Die Zuständigkeit für Verfahren und Meldewege bleibt bei der Schule.
- Ist das Therapie?
- Nein. Wir schulen die Gemeinschaft um den jungen Menschen herum. Diagnostik, Beratung und Therapie bleiben bei Ihrem Beratungsteam und externen Fachstellen.
- Wie lässt sich der Erfolg messen?
- Über wenige, zu Beginn festgelegte Kennzahlen: Sicherheit des Personals im Umgang mit Belastung, Anzahl und Qualität von Weiterleitungen, Hilfesuchverhalten der Schülerinnen und Schüler, Teilnahme der Eltern. Die Sicherheit des Personals verändert sich meist innerhalb eines Halbjahres, Verhaltensmuster brauchen länger.
- Wie viel Zeit muss eine Schule einplanen?
- Der Einstieg für Erwachsene ist als Halbtags- bis Tagesformat planbar; der Elternworkshop NOTICE umfasst vier Stunden in zwei zweistündigen Live-Sitzungen; Mental Health Literacy für Schülerinnen und Schüler läuft über sechs Unterrichtsmodule. Reihenfolge und Takt richten sich nach Ihrem Schuljahr.