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Unser Ansatz

Das ANCHOR-Framework

Sechs Schritte für den Moment, in dem ein junger Mensch, eine Kollegin oder das eigene Kind etwas sagt, auf das man nicht vorbereitet war.

Die meisten Erwachsenen reagieren nicht deshalb unsicher, weil es ihnen gleichgültig ist. Ihnen fehlt in diesem Moment eine klare Orientierung. ANCHOR bietet genau diese Struktur: leicht genug, um sie auch unter Druck im Kopf zu behalten, und konkret genug, um das Gespräch spürbar zu verändern.

A - Arrive calm

Ihre innere Haltung prägt den Ton, noch bevor Sie den ersten Satz sagen. Ruhig anzukommen bedeutet, die eigene Reaktion zu bremsen, damit der junge Mensch nicht zusätzlich zu seiner Belastung auch noch Ihre Sorge auffangen muss.

N - Notice

Erkennen Sie, was hinter dem Verhalten steckt: der Rückzug, die Gereiztheit, das flache 'mir geht's gut'. Wahrnehmen ist Beschreibung, keine Diagnose, und es ist eine Gewohnheit, kein einmaliges Ereignis.

C - Confirm you've heard

Geben Sie wieder, was Sie verstanden haben, bevor Sie darauf reagieren. Das ist der Schritt, den Erwachsene am häufigsten überspringen - und der entscheidet, ob das Gespräch weitergeht.

H - Honour the limits

Seien Sie klar darüber, was Sie tragen können und wo Ihre Rolle endet. Die eigene Rollengrenze zu kennen, macht es überhaupt erst sicher, im Gespräch zu bleiben.

O - Organise support

Kommen Sie vom Gespräch zu einem Weg: Wer muss noch informiert werden, was verlangen die Kinderschutz- und Betreuungsstrukturen der Schule, und was wird dem jungen Menschen darüber mitgeteilt.

R - Return

Kommen Sie darauf zurück. Ein Nachfassen zwei Tage später zeigt einem jungen Menschen, dass das erste Gespräch keine einmalige Pflichtübung war - und genau hier entsteht Vertrauen.

Häufige Fragen

Wofür steht ANCHOR?
A - Arrive calm, N - Notice, C - Confirm you've heard, H - Honour the limits, O - Organise support, R - Return. Sechs Schritte für den Moment, in dem ein junger Mensch Ihnen etwas Schwieriges erzählt.
Für wen ist das ANCHOR-Framework gedacht?
Für alle Erwachsenen im Umfeld eines jungen Menschen: Eltern, Lehrkräfte, Tutorinnen und Tutoren, Beratungs- und Betreuungspersonal sowie Schulleitungen. Die Schritte bleiben gleich; Beispiele und Verantwortungsgrenzen unterscheiden sich je nach Rolle.
Ist ANCHOR dasselbe wie Mental Health First Aid?
Nein. ANCHOR ist unser eigenes Modell für unterstützende Reaktion, entwickelt von Let's Be Real. Youth Mental Health Response, das ANCHOR verwendet, ist unser schulspezifischer Rahmen, inspiriert von MHFA-Prinzipien und angepasst an die Rollen und Realitäten internationaler Schulen. Genau das meinen wir, wenn wir sagen, dass das Curriculum eigenständig entwickelt ist.
Wie lernen Menschen, es anzuwenden?
Durch Übung. ANCHOR wird innerhalb von NOTICE, HOLD und LEAD mit realen Szenarien vermittelt, sodass Menschen die Worte einüben und nicht nur das Modell lesen.
Kann unsere Schule ANCHOR bei Personal, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern gleichzeitig einsetzen?
Ja, und genau dort entfaltet es die größte Wirkung. Wenn die Erwachsenen in einer Schule und die Erwachsenen zu Hause dieselben sechs Schritte nutzen, begegnet einem jungen Menschen eine einzige, konsistente Reaktion statt sechs unterschiedlicher.

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